Intro

Kalter Nieselregen überzieht das Land, graue Wolken machen es sich im Himmel gemütlich, ab und an schleicht sich das Gefühl ein, diese weißen Flocken könnten der Beginn des Winters sein. Der Blick schweift über den See – die Ruhe, die in diesem Ort liegt, ist förmlich zu spüren.

Das Feuer knistert nicht nur im Ofen in der Küche, sondern auch im Kaminzimmer. Stimmen dringen durch die Ritzen. Gewärmt von den brennenden Holzscheiten räkeln sich sechs Freunde in den Sesseln. Sie diskutieren und debattieren, sie entwerfen und verwerfen,  neue Ideen und bereits Durchdachtes, sie verlieren sich fast in Details und versuchen, das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren.

Die Stifte glühen, die Hände gestikulieren, das Papier füllt sich mit Buchstaben, Farben, Kreisen, Pfeilen und Strichen. Bei all dem Unbekannten, dass in dieser unserer Welt auf uns wartet, ist den Sechsen nur eines klar: 2012 wird ein großartiges Jahr.

Kapitel 1
Ein Wochenende in Garbicz

So war das am letzten Wochenende, als wir – Andrea, Ava, Anne, Nastja, Jan und Alf – uns im polnischen Garbicz in einem ehemaligen Bauernhof einschlossen, um die nächsten Schritte des Designmobs zu planen.

Was steht in den nächsten Wochen an? Was wollen wir nach dem Auslaufen von Jugend in Aktion machen? Wie geht es mit den Workshops weiter? Welche neuen Ideen spuken schon seit Wochen in unserem Kopf, nur darauf wartend, endlich befreit zu werden?

Unser Domizil versüßte uns die Suche nach Antworten auf diese Frage – ein altes Bauernhaus, zwei Zimmer zum Schlafen, eine muckelig-warme Küche und ein einladendes Kaminzimmer mit Ausblick auf den See: Kreativ-Herz, was willst du mehr?

Kapitel 2
Jugend in Aktion

Ende Februar läuft unsere sechsmonatige EU-Förderung im Rahmen von Jugend in Aktion aus. Davor führen wir noch zwei Workshops durch: Mit der Initiative Bluepingu in Nürnberg Ende Januar und mit dem Schilleria Mädchenclub im Neuköllner Schiller-Kiez Anfang Februar.

Für diese beiden Workshops bereiten Nastja und Ava noch zwei neue Lernstationen zu den Themen „Altkleider / Secondhand“ und „Recycling / Upcycling“ vor, die von Anne noch illustriert und grafisch arrangiert werden.

Unter Nastjas Organisationstalent arbeiten wir bereits an der Abschlußveranstaltung für das Projekt. An dieser wollen wir nicht nur unseren Workshop und uns vorstellen, sondern auch mit einigen geladenen Gästen über wichtige Themen sprechen. Aktueller Arbeitstitel: „Kann Spuren von Kinderarbeit enthalten“. Wen wir einladen wollen bzw. eingeladen haben und wer als Moderator durch den Nachmittag führt verraten wir in Kürze.

Kapitel 3
Wie geht es mit den Workshops weiter?

Nach dem Ende der Förderung sind zwar unsere Finanzen wieder eingechränkt, leiser soll es deswegen um unseren „fair tragen“-Workshop nicht werden. Videoclips zu unseren Lernstationen sind bereits in der Produktion. Diese werden uns dann über das Jahr hinweg helfen, weitere Förderer und Unterstützer für unseren Workshop über öko-faire Mode für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu finden. Erste Anfragen laufen bereits, spannende Kooperationen sind in Sicht.

Wie wir unser Engagement irgendwie mit unserem Alltag verknüpfen können bleibt auch weiterhin ein Knackpunkt. Wie viel können wir neben unseren Berufen und neben der Ausbildung noch organisieren und selber machen? Seit dem Wochenende schwirren Jan und Alf zudem einige Gedanken zu Social Business im Kopf herum, die auch in dieser Woche nicht verflogen sind. Spannende Zeiten.

Kapitel 4
Bunte Kreise, wilde Schnörkel

Wie das immer so ist, wenn junge Menschen zusammensitzen und sich Gedanken über sich und die Welt machen, kommen viele Ideen dabei heraus. So auch bei uns. Schweren Herzens mussten wir einiges dann doch verschrieben … so wird zwar Andrea weiterhin an der Kinderbuch-Idee dran bleiben, Alf behält weitere Mob-Aktionen im Hinterkopf und Anne sowie Ava werden zumindest mit einem Auge weiterhin auf unsere erste eigene Mode-Linie werfen. 2013 ist ja auch noch ein Jahr.

Zunächst machen wir bei der Puppen- und Näh-Aktion von Amnesty International mit. Morgen treffen wir uns zum gemeinschaftlichen Basteln, um unseren Beitrag für den Weltfrauentag anzufertigen. Gleich im Anschluss stehen sowohl die Fashion Week in Berlin als auch die Biofach in Nürnberg auf unserem Reiseprogramm 2012 (Januar / Februar). Nach dem Abschluss von Jugend in Aktion (Februar / März) werden Sebastian und Alf noch die Videos über „fair tragen“ finalisieren (März). Im Anschluß sind dann Anne und Alf bei der Neugestaltung unseres Webauftritts gefragt – eine eigene Webseite (neben unserem Blog) und ein vollständiges Corporate Design stehen auf der to-do-Liste (ab April).

Parallel dazu wird Jan sich um alle Einzelheiten der Vereinsgründung kümmern (ab sofort) und weiter unser Mann für die Finanzen sein (für immer).

Ava wiederum kniet sich nicht nur in ihre Bewerbungen für Köln und Wien (Textilrestaurierung), sondern auch in ihr heimliches Hobby neben Knötchenbändchen: Eine Liste an öko-fairen Shops und Labels für Berlin, Deutschland und Europa … ach was, die ganze Welt … (wenn da nicht das Problem mit dieser ominösen Zeit wäre).

Anne wird sich 2012 auch um unseren Nachwuchs im Team kümmern. Nachwuchs, den Andrea unter anderem in der Methode des selbst entdeckenden Lernens ausbilden könnte – der Workshop ist und bleibt ihr Baby, das 2012 weiter wachsen soll.

Große Hoffnung setzen wir natürlich noch auf unseren „verlorenen Sohn“ Gerrit, der im fernen Kairo der arabischen Sprache fröhnt und uns bereits vor seiner Abreise versprochen hat, all unsere Inhalte für den Workshop als auch unsere Informationen für alle Interessenten ins Englische zu übersetzen. Insgeheim hoffen wir ja noch auf einen Undercover-Bericht von ihm aus einer Verarbeitungsfabrik für Baumwolle, so mit Handkamera, verwackelten Bildern und schwerem Atem nach der Flucht vom Fabrikgelände.

Outro
Wir und ihr – ein duftes Team

Und bei all den Gedankenspielen haben wir natürlich auch an Euch gedacht. Jaaaa! Wirklich! Na, jetzt kuckt nicht so, klar doch! Und jetzt nich‘ rot werden.

An alle, die uns seit 2009 begleiten und unterstützen. An alle, die uns in diesem Jahr mit Rat und Tat zur Seite stehen und unterstützen. Es ist schön, dass ihr da seid. Es ist schön, wenn ihr neu hinzustoßt.

Ihr findet toll, was wir machen? Oder denkt, bei den ein oder anderen Ideen oder Aktionen könntet ihr noch etwas beisteuern? Oder uns daran erinnern, woran wir unbedingt gemeinsam noch denken sollten? Dann freuen wir uns, wenn ihr uns schreibt (kontakt@designmob.de) oder anquatscht oder einfach laut jubelierend durch die Straßen lauft (so in echt) und uns davon wissen lasst (www.facebook.com/designmob // www.twitter.com/designmobberlin).

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