Achtung böse: Schonungslos und definitiv subjektiv berichtet Anne Wenkel von der Fashion Week 2012 – von schönen Menschen, unaussprechlichen Labels und über Mode, die mehr sein will als bloßer Stoff. Gemeinsam mit Assistent Alf-Tobias Zahn urteilt sie über öko-faires Sein und grün-schimmernden Schein und stellt die Frage des Tages.

Roter Teppich, wohlklingender Name – und dann auch noch öko-faire Mode, die das Gewissen beruhigt? Dies und vieles mehr versprach der Green Showroom im Hotel Adlon.

Und bevor sich Assistent Alf in den Notizen der rasenden Anne vertiefen konnte, verdichtete sie ihren Besuch des Green Showrooms in einer persönlichen Anmerkung auf die markanten Zeilen:

Zwischen Kolonialkitschkunst und Samtsofa nippen die 15 zehnjährigen Unternehmer-Töchter an ihrem Prosecco. Das langweilt selbst den Pianisten, der ebenfalls nach 10 Minuten aufgibt, Spaß zu haben. Highlight: Der Indianer „Jorge“ und die Froschkönigin „Sarina“ von GNTM geben sich die Ehre. Gesprächsfetzen: „It’s not like in America … !“

Öko-fair und modisch schließt sich nicht aus

Dann musste Anne leider schon wieder weiter und tauchte in die angenehme Atmosphäre der Ethical Fashion Show im E-Werk ein. Gestärkt mit einem warmen Tee stürzt sich Anne direkt auf einen Siebdruckstand, bei dem sie sich ihre gekauften Vintage Klamotten mit Motiven von 44flavours und dem Schriftzug „More Green. Less Greed“ (Triodos Bank) bedrucken lässt. Nach einem sehr sympathischen Treffen mit Mark von NETZWERK FAIRE MODE aus Zürich sondierte sie dann die Aussteller, die sich auf der Ethical Fashion Show präsentierten.

Mein Highlight: Buttwrap aus Berlin, also faire Schlüpper für Männer und solche, die es noch werden wollen. Daneben: Aehrenkranz (Lederdinge), Göttin des Glücks (*zensiert*), Komodo (kennt man ja), Reclothings (Upcycling/Recycling auf hohem Niveau), Trigema Change und Wild Earth Cotton (mit Cotton made in Africa).

Wer wie Anne nie genug von Informationen bekommen kann, für den gab es noch die Knowledge Lounge: Umgeben von Informationen zu öko-fairen Labeln und der Detox-Kampagne von Greenpeace  präsentierten Kreative wie „Klub 7 & 44flavours“ Kunst, in diesem Fall eine tolle Pappinstallation. Sehenswert!

Die Frage(n) des Tages

„Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“: Mit dem Ethical Fashion Forum und dem Green Showroom gab es 2012 zwei grüne Zugpferde, die – ungerechtfertigterweise – auf die ganze Berliner Fashion Week abfärbten. „Aber grün ist doch gut, oder?“, könnte man sich fragen. Ja, und eben auch Nein.


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Ein Beispiel: Was bitte, so fragte sich Anne, soll denn bitte der Shuttle-Service der Mercedes Benz Fashion Week vom Zelt am Brandenburger Tor zum Hotel Adlon, damit die Gäste in den wenigen Meter entfernten Green Showroom gelangen? Erde, hör‘ ich da deinen bedenklichen Husten ob deiner verteerten Lunge?

Wer lügt sich da gerade selbst in die Tasche?

 

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