Die Nachricht ist bitter: Simple Shoes hören auf und nehmen sich eine kreative Auszeit. Was bleibt ist die Frage nach öko-fairen Sneaker, die auch noch gut aussehen. Wir haben uns einige Alternativen angesehen.

After 20 years of shoe making, Simple was ready for a vacation, a „creative reenergizing if you will.

Mit diesem Satz (und einigen weiteren) beendete das Team hinter > Simple Shoes seine 20-jährige Schaffenszeit als Schumacher. Es bleibt Wehmut und der Verweis auf den > Onlinehändler Zappos, der noch einige wenige Exemplare der öko-fairen und recycled Sneaker im Bestand hat und verkauft.

Nachdem uns Claudia darauf aufmerksam gemacht hat, haben wir uns nach Alternativen umgesehen – nach öko-fairen Schuhen, Recycling Sneakers und einigen bemerkenswerten Programmen und Projekten in diesem Bereich.

Die ethische Alternative – Ethletics

Sehen aus wie Chucks, gehören aber nicht zu Converse oder NIKE, sondern sind vielmehr eine wirklich faire Alternative und wunderschöne Sneaker: > Ethletics!

Diese haben wir euch Mitte März bereits in unserer Reihe „Aus unserem Kleiderschrank“ näher vorgestellt und die Besonderheiten hervorgerufen: Die Baumwolle stammt aus einer Kleinbauerngenossenschaften in Südindien, deren Anbaumethoden strengen ökologischen Kriterien folgen. Genäht werden die Schuhe zudem aus 100 Prozent (zertifizierter) Bio-Baumwolle. Und jeder Konsument zahlt einen „Fairtrade“-Aufpreis, wodurch soziale Projekte in den Ländern des Globalen Südens unterstützt werden.

Die schlichte Variante aus Frankreich – Veja

Schlichtes Design trifft auf verantwortungsvolle Herstellung: > Veja aus Frankreich setzt ebenfalls auf Bio-Baumwolle (stammt aus Brasilien und ist usätzlich Fairtrade-zertifiziert) und auf konventionelle Farbe, die mit dem Umweltzeichen versehen ist. Außerdem entwickelt Veja pflanzliche und umweltfreundliche Farbpigmenten, um die konventionellen Farben mittelfristig zu ersetzen.

Das Unternehmen setzt zudem auf fair gehandelten Latex und betreibt eine eigene Produktionsfirma in Vale dos Sinos im Süden Brasiliens. Veja nutzt zudem nur Öko-Leder mit Pflanzenextrakt wie Acacia, wie > der Firmenbeschreibung zu entnehmen ist.

Die Rebellen aus Äthopien – urbanRUNNER GRUUV

Aus Äthopien stammen die > soleRebels Footwear, die uns bei der Recherche mit ihrem gelben urbanRUNNER GRUUV überrascht haben. Für 75 US-Dollar erhält der Konsument einen handgefertigten Schuh aus Abyssian Organic Cotton sowie einer Gummi-Kappe (vorne) und einer Gummi-Sohle aus alten LKW-Reifen, die am Wegesrand der staubigen Pisten Äthopiens gefunden wurden. Und das Ganze noch Fairtrade-zertifiziert nach den Kritierien der > IFAT/WFTO.

Das gesamte Produkt wird dann in einem ebenfalls handgenähten Schuhbeutel geliefert, der den klassischen Schuhkarton ersetzt. Angelangt ist man damit vielleicht auch schon am größten Problem: Der co²-Verbrauch beim weltweit kostenlosen (!) Versand.

Die Do-It-Yourself Variante von El Naturalista

Schon etwas älter, nämlich etwa 2 Jahre, ist der Ansatz von > El Naturalista aus Spanien.

Für ihre Recyclus Schuhe wurden ausschließlich natürliche Materialien wie Kork verwendet. Gefärbt wurde mit Bio-Farben, verklebt mit Recycling-Kleber. Verwendet wurde zudem natürlicher Gummi und einige Kokosnüsse (!) – die Sohle wurde zudem in Handarbeit an den Schuh genäht.

Der Gigant – NIKEs Reuse-a-Shoe Projekt

Beim Thema „Sneaker“ darf natürlich einer der großen Player nicht fehlen, vor allem, wenn sich dieser im Bereich „Recycling“ einen Namen machen möchte. Zwar brilliert > Puma mit einem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht, der zum ersten Mal auch Umweltschäden mit einbezieht, doch in punkto Kreativität und Recycling liegt > NIKE mit ihrem Projekt „Reuse-a-Shoe“ an der Spitze.

Nike’s environmental program to turn worn-out shoes into new products.

Jeglicher Sneaker, der nicht mehr getragen wird, kann in die Recycling Tonne im NIKE Store des Vertrauens (falls vorhanden) gelegt werden. Daraus entsteht nicht ein neuer Schuh, sondern ein vollkommen neues Produkt: NIKE Grind. Dieses Rohmaterial soll, so die Selbstauskunft, für Sportflächen wie Laufbahnen oder Tennisplätze, aber auch für neue Nike-Produkte verwendet werden. Eine Sache (ob gut oder schlecht), die an > H&M erinnert.

Die Gegen-Kampagne – Blackspot Shoes der Adbuster

Für alle, die jetzt kopfschüttelnd auf der Tastatur einen zackigen Kommentar verfassen wollen, weshalb in einem Artikel über öko-faire Schuhe NIKE einen Platz gefunden hat, möchten wir mit den wunderbaren > Blackspot Shoes der Adbuster besänftigen.

Blackspot is an affront to the consciousness of hyper capitalism and profit dominated boardroom policies. Blackspot is about more than marketing a brand or deconstructing the meaning of cool – it’s about changing the way the world does business. Blackspot is an open-source brand, which means that it can be used by anyone for any purpose at no cost.

Für den Blackspot Unswoosher wurde eine Recycling-Gummi-Sohle aus Autoreifen verwendet. Das Obermaterial besteht aus Hanf. Laut Produktbeschreibung wurde der Schuh unter Fairtrade-Bedingungen in Pakistan hergestellt und mit einem eigenen Logo handbemalt. Kostenpunkt: 99 US-Dollar.

„Unswoosh Yourself“, könnte(n) man(n und frau) sagen – gilt natürlich auch für alle > Sneaker-Freunde (75 US-Dollar)!

Die Online-Händler – pristine planet und Grundstoff

Zu guter Letzt folgt der große Rundumschlag. Und zwar für alle, die sich lieber von Bildern leiten lassen als von viel Text. Der > Online-Händler pristine planet hat eine ziemlich breite Auswahl an öko-fairen Schuhen im Angebot, sowohl für Männer als auch für Frauen. Wer nicht in die Weite schweifen möchte, der kann sich auch bei > Grundstoff einmal umsehen und wird sicherlich fündig.

 

Ihr kennt noch weitere Projekte oder habt selbst einen Lieblings-Schuh, der öko, fair und vielleicht noch recycled wurde? Dann her mit Euren Beispielen: kontakt [at] designmob [.] de.