Ohne Baumwolle geht in der Textilindustrie so gut wie nichts: Knapp > 38 Prozent beträgt der Anteil der Faser am Weltmarkt. Damit ist Baumwolle eine der wichtigsten Fasern für die weltweite Textilproduktion.

Immer häufiger wird Baumwolle vor allem im Marketing der führenden Labels mit Zusätzen wie „bio“, „öko“, „fair“ oder „nachhaltig“ versehen. Das kennen wir bereits aus dem Bereich der Lebensmittel. Die meisten Konsumenten freuen sich über Textilien mit dem „Guten Gewissen“-Zusatz, können aber meist gar nicht erklären, was mit den einzelnen Bezeichnungen wirklich gemeint ist.

Texanische Baumwolle, konventionell angebaut (fotografiert von AnEyeForTexas)

Um etwas Licht in das Dickicht zu bringen, stellen wir Euch drei informative Artikel  sowie ein Video über das „weiße Gold“ vor: Welche Auswirkungen hat der Rückgang der produzierten Bio-Baumwolle auf die produzierenden Länder? Warum wollen viele Unternehmen auf 100 Prozent „nachhaltige“ Baumwolle setzen? Welche Alternativen gibt es eigentlich zur Baumwollfaser? Und was bringt eigentlich Fairtrade in diesem Bereich?

Bio-Baumwolle in der Krise?

Diese Frage stellt sich das > Texpertise Netwerk der Messe Frankfurt:

Die Bio-Baumwollproduktion ist drastisch gesunken. Die Verunsicherung am Markt ist groß. Wie konnte das passieren? Eine der Hauptursachen ist die Situation in Indien. Dort ist die Bio-Baumwollproduktion um 47% gefallen. Das ist im Ländervergleich einer der stärksten Einbrüche im zugleich größten Anbauland; 68% der Fasern weltweit kommen von dort. Dass sich der Markt nun bereinigt hat, wundert Experten kaum.

Mehr nachhaltige(re) Baumwolle bei den Großen?

Lars Wittenbrink nimmt sich dem Versprechen großer Unternehmen (Puma, h&m, C&A, Otto, IKEA) an, bis spätestens 2020 zu 100 Prozent auf „nachhaltige Baumwolle“ zu setzen. Klingt gut, aber was verdammt nochmal soll denn „nachhaltige Baumwolle“ sein? Mehr dazu > auf dem „Grüne Mode“-Portal von Kristen Brodde.

Große Modekonzerne wie Puma, h&m, C&A, Otto aber auch IKEA übertreffen sich derzeit mit Quotenzielen zur Verwendung “nachhaltiger Baumwolle”.  100 Prozent “nachhaltige Baumwolle” versprechen IKEA bis 2015, adidas bis 2018 und Otto, C&A und h&m bis 2020. Puma bietet nur 50 Prozent nachhaltige Materialien bis 2015, meint damit dafür aber das Gesamtsortiment und nicht nur die Baumwollprodukte. Steht Bio-Baumwolle also nach zuletzt deutlich rückläufigen Produktionsmengen kurz vor einem verstärkten Durchbruch in den Massenmarkt?

Gute Faser – böse Faser?

Etwas älter, aber immer noch richtig gut: Lars Wittenbrinks > Analyse von verschiedenen Fasern als Alternative zur (konventionellen und biologisch einwandfrei angebauten) Baumwolle. „Vermeintliche Öko-Fasern wie Modal und Bambus-Viskose schneiden nicht besser als frische Erdölfasern ab!“

Wie wir wissen ist der biologische Baumwollanbau erheblich umweltverträglicher als der konventionelle Anbau. Doch auch Bio-Baumwolle benötigt sehr viel Fläche und Wasser. Deshalb und auch aus Bedarf und Faszination an Fasern mit anderen Trage-Eigenschaften sind Ökomode-Designer, -Händler und -Käufer immer sehr an alternativen ökologischen Fasern interessiert. Doch auch in diesem Bereich hat inzwischen die Grünwäscherei begonnen. Und nicht selten werden diese angeblichen Öko-Fasern auch von Ethical Fashion Brands verwendet – in der Regel wohl schlicht aus Unwissenheit.

Auf den Spuren von Fairtrade-Baumwolle

Zu guter Letzt schicken wir Euch noch auf den afrikanischen Kontinent. In einem Videobeitrag von Fairtrade kommen Baumwollbäuerinnen und -bauern zu Wort, die aus ihrem Alltag erzählen und aufzeigen, welche positiven Auswirkungen ein fairer Preis von Baumwolle auf ihr Leben und auf ihr direktes Umfeld hat.

Durch die Zusammenarbeit mit FAIRTRADE haben sich die Lebensbedingungen für die Baumwollbäuerinnen und -bauern wesentlich verbessert. Vor allem profitieren diese von dem fixierten FAIRTRADE-Mindestpreis sowie der FAIRTRADE-Prämie, über deren Verwendung sie selbst entscheiden können.