Ausnahmsweise melden wir uns heute einmal nicht zum Thema „Mode“ zu Wort. Und doch betrifft es uns direkt, da wir auch publizistische Werke erstellen, zum Beispiel diesen Text, und in diesen Werken auf andere Inhalte verlinken. Eventuell sogar auf Inhalte von Verlagen. Und ab sofort wird es ab diesem Punkt knifflig.

Das von der Bundesregierung geplante und so genannte > Leistungsschutzrecht soll nicht nur gesamte Texte oder Bilder von Presseverlagen schützen, sondern in Zukunft auch kleinere Auszüge aus Texten, für die dann finanzielle Abgaben fällig werden. Eine Nennung reicht nicht mehr aus, es geht um Bares!

Gegen diese Regelung formiert sich > digitaler Protest. Der SPD-nahe Think Tank > D64 hat einige Tools entwickelt und zusammengestellt, die auf das bisherige Vorgehen der Bundesregierung und der Verlage aufmerksam machen. Eines davon benutzen wir ab sofort Montag auch für unseren Blog.

Um was geht es genau?

Laut dem Beschluss der Regierungskoalition bedeutet der aktuelle Entwurf des Leistungsschutzrechtes:

Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen. Damit werden die Presseverlage an den Gewinnen gewerblicher Internet-Dienste beteiligt, die diese – mit der bisher unentgeltlichen – Nutzung der Verlagserzeugnisse erzielen.

D64 bringt das auf die kurze Formel:

Professionelle Anbieter sollen in Zukunft den Verlagen dafür Geld geben, dass sie auf deren Inhalte aufmerksam machen und ihnen Leser zuführen.

Klingt komisch, ist es auch

Klingt komisch. Ist es auch. Denn: Die Verlage profitieren ja bereits immens, unter anderem durch den (kostenlos) generierten Traffic, der durch Verlinkungen und Kommentare ensteht, und der sich wiederum in erhöhten Werbepreisen für platzierte Banner und Co. ausschlägt.

Noch kürzer gefasst: Die Verlage wollen von der vermeintlich „kostenlosen“ Konkurrenz aus dem Netz doppelt kassieren.

Kampagnenseite und Tools von D64

Irrsinn, oder? Ja, absolut. Deswegen hat D64 auch eine > Kampagnenseite mit drei Tools eingerichtet: Dem URL Shortener, der Blacklist und dem WordPress-Plugin, welches wir seit heute ebenfalls verwenden!

Das bedeutet konkret für den Blog des Designmobs: Das > WordPress Plugin übernimmt automatisch die Umleitung aller Links auf Onlineangebote von Presseverlagen. Ihr landet dann bei einem Klick auf einen von uns eingebunden Link zu einem Verlagsangebot zunächst auf der D64-Kampagnen-Landingpage und erhaltet Informationen über das Leistungsschutzrecht. Mit einem weiteren Klick seid ihr dann beim Originalinhalt. Klasse Idee, wie wir finden!

Für weitere Informationen empfehlen wir die spannenden Diskussionen von, mit und bei > Thomas Knüwer, > Mario Sixtus, > Sascha Lobo, D64 und > IGEL, einer zentralen Informationsquelle zum Thema Leistungsschutzrecht!

Zu D64

> D64 sind Menschen, die täglich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen des Internets für die Transformation unserer Gesellschaft arbeiten. Sie sind sich einig, dass man Politik für die Zukunft nicht mit Gedankengut von gestern machen kann. D64 will deshalb Taktgeber für die Politik sein, um Deutschland für die digitale Demokratie vorzubereiten.

Zu IGEL

> IGEL wurde in erster Linie aufgrund der Erkenntnis initiiert, dass es für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt. Ein solches Recht wird einerseits nicht benötigt und hat andererseits – unabhängig von dessen Ausgestaltung – zwangsläufig sehr bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.