Bretter, die die Welt bedeuten. Dies galt einmal für Theaterbühnen rund um den Globus. Jetzt macht sich eine NGO auf, dies zu ändern: SKATEISTAN – auf und mit Skateboards die Jugend Afghanistans aus den Kriegswirren in eine besser Zukunft führen. Wir stellen euch das beeindruckende Projekt vor.

Eine Skateboardschule in Afghanistan

Skateistan is Afghanistan’s (and the world’s) first co-educational skateboarding school. The school engages growing numbers youth in Afghanistan through skateboarding, and provides them with new opportunities in cross-cultural interaction, education, and personal empowerment programs. The students come from all of Afghanistan’s diverse ethnic and socioeconomic backgrounds, and include 40% female students, hundreds of streetworking children, and youth with disabilities. They develop skills in skateboarding, leadership, civic responsibility, multimedia, and creative arts. The students themselves decide what they want to learn; we connect them with a safe space and opportunities for them to develop the skills that they consider important.

Die NGO wurde 2007 von Oliver Percovich in Kabul gegründet. Seitdem ist die Skateschule Anlaufpunkt für viele afghanische Mädchen und Jungen, Jugendliche und junge Erwachsene. Abstammung oder religiöse Zuordnung spielen keine Rolle, weder beim Skaten noch beim Austausch untereinander. Und: Jungen und Mädchen üben Seite an Seite einen Sport – zwei Besonderheiten, die vor wenigen Jahren in Afghanistan noch undenkbar gewesen wären.

It’s a dusty city, but I love it

Der Ansatz zeigt nicht nur vor Ort Wirkung. Die Arbeit der Engagierten wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet: ISPO Brandnew Social Awareness Award (2009), Gamechangers/Architecture for Humanity „Architecture for Sport with a Social Outcome“ Award, Peace and Sport Award „NGO of the Year“ (2009), Sappi Award „Ideas That Matter“ (2010), Peace and Sport „Image of the Year“ Award (2011).

Skateistan versucht, unabhängig zu sein und auf eigenen Füßen zu stehen. Deswegen versucht die Organisation, sich nicht an Spender zu binden. Und hier kommt die Mode ins Spiel: Zusammen mit vielen Partner wurden etwa Schuhe von Fallen, Shirts und Hoodies mit der arabischen Schreibweise von „Skateistan“, ein landestypischer Schal sowie spezielles Skateequipment entwickelt und vertrieben. 5 bis 10 Prozent des Ladenpreises gehen direkt an Skateistan, zudem spenden die Kooperationspartner fixe Beträge, um die NGO zusätzlich zu unterstützen. Die Designs stammen von den locals vor Ort, von den jungen Skateistan students.

Das Buch zum Projekt

320 Seiten voller tatkräftigem Engagement, beeindruckenden Momentaufnahmen, berührenden Geschichten und vor allem lachenden Kindern und Jugendlichen: Das Mammutbuch „Skateistan – The Tale of Skateboarding in Afghanistan“ zum Mammutprojekt „Skateistan“ ist seit kurzem in Deutschland erhältlich.

Das Buch besticht durch die Aussagekraft der Fotografien und der persönlichen Geschichten, angefangen von Oliver Percovich bis zu den vielen Erzählungen und Momentaufnahmen junger Afghaninnen und Afghanen, die durch die Skateboardschule ein Stück Freiheit bekommen haben.

„Skateistan – The Tale of Skateboarding in Afghanistan“ ist europaweit über den Online Store von Irie Daily aus Berlin zu bekommen und kostet 40 Euro. 100 Prozent der Erlöse des Buches fließen in die Arbeit der NGO.

Wer Lust auf mehr hat: Freiwillige vor!

Artikel gelesen, Buch gekauft und noch nicht zufrieden? Skateistan sucht noch aktive Unterstützer, die in Berlin (als Development Intern und Paralegal Intern), Kabul und beim Ableger „Skateistan Cambodia“ arbeiten wollen. Wer demnach noch nach einem nervenaufreibenden, aber sicherlich einmaligen wie mehr als sinnvollen Einsatz sucht, der dürfte bei diesem einzigartigen Projekte genau richtig liegen.

Fotos: Skateistan (Cover), Alf-Tobias Zahn (Buch)