Keine Sorge, wir sind noch nicht vom Whiskey umnebelt, obwohl hier der Spirituosenhersteller Ballantine’s seine Finger im Spiel hat. Das Modelabel Cute Circuit, nach eigener Auskunft um die Zukunft in der Mode bemüht, bekam den Auftrag, ein programmierbares T-Shirt zu kreieren. Aus der Schnapsidee dem kühnen Gedanken entstand ein Prototyp, der jetzt wirklich in Serie gehen soll: Herzlich willkommen, tshirtOS!

The first Wearable, Programmable, Shareable t-shirt for digital creativity!

Das T-Shirt als Statusupdate

Die Technikkollegen von Basic Thinking haben am Montag bereits eloquent wie umfassend über das Projekt berichtet, was wir an dieser Stelle nicht nur anmerken, sondern gerne auch zitieren wollen:

T-Shirt OS kommt auf den Markt. Dahinter verbirgt sich ein programmierbares, mit intelligenten Sensoren ausgestattetes T-Shirt, dessen Möglichkeiten fast schon an ein Smartphone erinnern. Es verfügt über einen Screen, der sich frei programmieren lässt, hat integrierte Lautsprecher, Beschleunigungssensoren, Kamera und Mikrofon. Ihr kennt T-Shirts, die etwa die Signalstärke verfügbarer WLANs in der Umgebung anzeigen. T-Shirt OS aber soll deutlich mehr Funktionen bieten. Je nach Lust uns Laune könntet ihr darauf etwa Tweets anzeigen oder euren eigenen Instagram-Account mit den Bildern einspeisen, die das T-Shirt gerade geschossen hat. Oder ihr zeigt über die Kamera Live-Bilder der Personen an, die vor euch laufen.

Klingt nach abgefahrenem Sci-Fi, ist aber bereits Wirklichkeit, wie ihr im Video sehen könnt. Das T-Shirt besteht neben dem technischen Installationen aus 100 Prozent Baumwolle.

Mit der integrierten Technik lässt sich in der Tat mehr anstellen, als mit jedem T-Shirt zuvor. T-Shirt-OS verbindet sich kabellos mit einem Smartphone. Dieses sorgt für die Verbindung zum mobilen Internet und stellt auch die Apps bereit, mit der sich der Inhalt des T-Shirts variieren lässt. Ein weiterer Vorteil: Erscheint auf dem LED-Screen nichts, sieht das Kleidungsstück wie ein ganz normales, einfarbiges T-Shirt aus.

Der Preis für das T-Shirt ist noch nicht bekannt, aber Ballantine’s schreckt dies nicht ab. Mit einem „Like“ in der tshirtOS-Facebook-App möchte das Unternehmen herausfinden, wie viele an der neuen Errungenschaft Interesse haben und betonen, dass dies den Preis noch senken werde.

Virtualität und Wirklichkeit veschmelzen

Was auf den ersten und auch zweiten Blick eine rein technische Innovation erscheint, ist vielmehr das weitere Annähren von Virtualität und Wirklichkeit. Online rückt dadurch immer mehr in die Offline-Welt und macht nun auch keinen Halt mehr vor dem, was wir jeden Tag auf der Haut tragen. Dadurch werden wir, so NERDig wie das klingen mag, immer mehr zu Mensch-Maschinen (ohne dabei jetzt zu sehr auf gängige Diskussionen dazu eingehen zu wollen).

 

Wir sind die, die Antworten finden müssen

Wohin diese Entwicklung in unserer modisch geprägten Welt zwischen AA, UO und H&M führen wird? Nur wir können die Antwort auf diese nahezu essentiell-gesellschaftliche Frage finden.

 

Fotos: tshirtOS / Cute Curcuit