Die Kritik war massiv, das Gelöbnis zur Besserung folgte zugleich: Der Textildiscounter kik „überzeugt“ seine Kundschaft mit Billigpreisen und einfachster Qualität, seine Kritiker sollten mit Maßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland sowie in der Produktion in Übersee zufrieden gestellt werden. Erneute Befragungen durch die Kampagne für Saubere Kleidung ergaben allerdings: Alles bleibt beim Alten!

An der Befragung, die zum Teil auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zulieferern der Discounter ALDI und Lidl, nahmen 162 Arbeiterinnen und Arbeiter in zehn Zulieferbetrieben aus Bangladesch, China und Indien teil. Das Ergebnis: Während ALDI offensichtlich keine Anstrengungen unternahm, führten Lidl und kik Trainings bei Produzenten in Bangladesch und China durch. Schwerpunkt dabei seien wohl Brandschutz- und Sicherheitsmaßnahmen gewesen, die auch noch vorwiegend für das mittlere Management gedacht und nach der Arbeitszeit durchgeführt wurden.

„Aldi, Lidl und Kik hängen sich ein Sozialmäntelchen um“. (Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero im Gespräch mit dem Handelsblatt)

In diesem Zusammenhang wollen wir euch zwei Dokumentationen sowie einen Nachbericht präsentieren, die momentan noch bei YouTube zu finden sind: „Die kik-Story“ von ARD exclusiv sowie „Die kik-Story 2“ von panorama – Die Reporter.

Die kik-Story (ARD Exclusiv)


Die kik-Story (ARD Exclusiv) – Nachbericht des NDR



Die kik Story 2 (panorama – Die Reporter)

Primark – der neue Platzhirsch?

 

 

Neben kik und seinen billigen Konkurrenten versucht die irische Modekette Primark in Deutschland Fuß zu fassen. Die Iren haben eine ähnliche Kosten- und Preisstruktur wie kik, allerdings verfolgen sie einen wesentlich modischeren Anspruch und versuchen gleichzeitig, noch einige Cent unterhalb der kik-Schmerzgrenze zu liegen: 40.000 zahlende Gäste am Eröffnungstag in Berlin-Steglitz lassen wenig Gutes erahnen.

„Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.“ (Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in Bayern)

Auf der Seite von LesMads wird bereits seit Mitte Juli angeregt diskutiert, was eigentlich von Primark zu halten ist. Schön dabei ist, dass sich die Diskussion dabei keineswegs nur darauf konzentriert, ob die angebotene Mode nun schick, trendy oder doch nur eine bloße H&M-Kopie ist. Vielmehr gehen nahezu alle Kommentare darauf ein, welches unwürdige Store-Konzept verfolgt wird und plädieren für hochwertigere Kleidung statt der angebotenen Billigware.

Bleibt abzuwarten, wie sich Primark in Berlin weiterentwickelt: Ab Frühjahr/Sommer 2013 soll ein neuer Store am Alexanderplatz eröffnet werden. Es bleibt zu befürchten, dass sich dort dann Angebot und Nachfrage samt Konsumenten auf dem größten gemeinsamen Nenner optimal treffen werden.

 

Foto: Ethify (Collage), KiK Textilien und Non-Food GmbH (Logo „kik“), Primark Mode Ltd & Co KG (Logo „Primark“)