Vor wenigen Tagen ist die Copenhagen Fashion Week zu Ende gegangen. In unserem Gastartikel berichtet Christina, Autorin bei dem Blogzine Danks Electives, über „grüne“ Aktionen und Initiativen der dänischen Fashionindustrie zu den Themen „Ökologie“, „Fair Trade“ und „Nachhaltigkeit“.

Von Christina Ader Brinch-Møller

Selbstverständlich sind Ökologie und Fair Trade keine Fremdworte in Kopenhagen. Natürlich wissen alle, was man unter der „LOHAS“- Bewegung versteht und auf jeden Fall machen sich alle Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit. Vor allem in unserem skandinavischen Nachbarland Dänemark. Unser nordischer Nachbar gilt als Vorreiter, wenn es um neue Technologien erneuerbarer Energien geht und kann mit Stolz auf großes gesellschaftliches Engagement in den Bereichen Ökologie und Fair Trade blicken. Aber wie geht die dänische Modeszene mit den Themen um?

„Grünes“ vom Copenhagen Fashion Summit, den Designern und der Copenhagen Fashion Week

Anfang Mai diesen Jahres lief das Copenhagen Fashion Summit als Projekt unter der NICE–Initiative des Danish Fashion Institutes und der  Nordic Fashion Association vom Stapel. Ein Gipfeltreffen mit internationaler Reichweite, auf dem Verantwortliche der Branche über mehr Ökologie, Fair Trade und Nachhaltigkeit in der Fashionindustrie diskutierten.

Mit der Lancierung der internationalen Online – Kampagne „Be NICE – Help the world of fashion“ – einer Online- Kampagne unter der NICE-Initiative – schwappte das dänische Engagement hinsichtlich Ökologie, Fair Trade und Nachhaltigkeit auch über den großen Teich. Dem CNN erläuterte Eva Kruse, Direktorin des Danish Fashion Institutes, das Verständnis von modischer Ökologie, fairem Handeln und der Notwendigkeit eines Code of Conduct für die Fashionindustrie.

Bemerkenswertes Engagament bei Katvig, Jackpot und Co.

Aber wie stehen die wichtigsten Akteure der dänischen Modelandschaft, die Designer, zu den Themen Ökologie und Fair Trade? Das Engagement dieser Akteure – finde ich – ist bemerkenswert. Ob die ökologische Kindermoden-Serie von Katvig oder Damenröcke von Jackpot aus recycelten PET–Flaschen – immer mehr bekannte dänische Label  haben zumindest eine ökologische Linie oder einige ökologische Produkte im Sortiment. Wer ökologische Fair-Trade–Fashion sucht, wird bei Jack & Jones unter dem Label „JJEco“ sowie bei „Neutral“ und auch „COOP“ fündig.

Die Nachfrage nach ökologischen und „fairen“ Produkten verdanken die Designer nicht zuletzt auch den Großereignissen der dänischen Fashionszene, wie der gerade beendeten Copenhagen Fashion Week. Ein Engagement in „die grüne Richtung“ wird von den Veranstaltern protegiert und die Sensibilität der Verbraucher gezielt gelenkt.

Ausstellung „Ny Nordisk Mode“ und „The Green Walk“

So widmete unter anderem das Designmuseum Danmark unter dem Titel „Ny Nordisk Mode“, was so viel heißt wie „Neue nordische Mode“, dem Thema Nachhaltigkeit eine komplette Ausstellung während der Fashion Week.  Insgesamt 15 nachhaltige Exponate gab es dort zu bewundern. Darunter die Werke von Rützou, Mundi, Day Birger et Mikkelsen, Marimekko, Ivana Helsinki Baum und Pferdgarten. Den auf dem Copenhagen Fashion Summit ausgelobten Designpreis erhielt Susanne Rützou von Rützou. Ebenfalls  ausgestellt wurde David Andersens „Zero- Waste- Projekt“, mit dem Ergebnis einer abfalllosen Minikollektion.

Wer kein Museumsgänger ist, der wurde mit einer weniger auffälligen Aktion des Copenhagen Fashion Festivals zwar nicht ins Museum, aber auf den traditionellen „The Green Walk“ geführt. Eine Einkaufsroute durch die Kopenhagener Innenstadt entlang der Boutiquen, die mindestens ein Label mit Öko- oder Fairtrade – Zertifizierung führen, ermöglichte Shopping ganz im Sinne von Ökologie und Fairtrade.

Mein persönliches Fazit

Keine Zweifel also an den ernsthaften Bestrebungen der dänischen Fashionindustrie, sich mit Ökologie, Fair Trade und Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Und dennoch: Trotz des vielfältigen Engagements der Veranstalter der dänischen Modewoche in Richtung „Grün“ wäre etwas mehr an Sichtbarkeit immer noch wünschenswert. Vermisst habe ich persönlich eine Fairtrade-Ecke auf den Messen „Gallery“ und „Vision“ oder Showtimes für reine Öko- oder Fairtradelabel.

Fotos: © CPHFW / Denmark en Vogue (mit freundlicher Erlaubnis von Denmark en Vogue)

Über Dansk Electives

Mode, Latte Macciato, Flødeboller, Tivoli, Squash, Yoga, Svensk Pølseret, Kopenhagen, Urtekram, Le Mains und dass alles im Chaos unseres skandinavischen Familienlebens. So ungefähr könnten man Danks Electives und das Team hinter dem Blogzine beschreiben.Autorin Christina unterstützt als Consultant dänische Unternehmen im Bereich Online Marketing. Neben ihrer Ausbildung zur Web Marketing Managerin an der International Business School in Kolding, Dänemark, und zur Social Media Managerin in Deutschland kümmert sie sich um zwei kleine Fashionistas, Anna & Emma und hat die redaktionelle Verantwortung für Denmark en Vogue.