Von Marina Chahboune

Am 12. Oktober präsentierten die Absolventinnen des Masterstudiengangs „Sustainability in Fashion“ der Kunsthochschule ESMOD in Berlin ihre Abschlussprojekte in der Berliner Platoon Kunsthalle. Besonders spannend dabei war, dass die einzelnen Abschlussarbeiten sich mit ganz verschiedenen Themenbereichen  von Grüner Mode beschäftigten.

Zum Abschluß meiner Reihe stelle ich euch heute das „WUU-Projekt“ von ESMOD Graduate Daniela Franceschini vor:

Auch Daniela Franceschinis Masterarbeit dreht sich um das Thema traditionelles Handwerk. Beschäftigt hat sie sich dafür mit Sozial-Standards und Verhaltenskodizes in der Textilbranche, vor allem in Ländern des Globalen Südens. Dafür besuchte sie die New SADLE NGO in Nepal. Der Name der Nicht-Regierungs-Organisation steht für New Skill and Development Learning Experience, deren Hauptaufgabe die Reintegration von Leprakranken ist. Denn neben der medizinischen Betreuung der Leprakranken, bekommen diese Arbeit in der Textilindustrie und die Möglichkeit ein Handwerk zu erlernen.

Being in Nepal, specifically working with the New SADLE NGO was a beautiful and enriching experience.

Um die in dieser Zusammenarbeit entstandenen Produkte auf dem europäischen Markt zu etablieren, hat sich Daniela für die Verwendung ganz besonderer Materialen entschieden, wie beispielsweise Bananenseide (tatsächlich eine Fasern aus der Bananenpflanze), Wolle, Holz und Bambus.

I have a special inclination towards exotic techniques and materials.

Die Materialen werden per Webtechniken zusammengebracht. Im Anschluss hat Daniela die Kollektion noch mit Leder versehen „to give them extra value“, wie sie sagt. Entstanden ist daraus eine tolle Kollektion.

My vision is to create a market for the original and special social production of craftsmanship, by facilitating a better quality of life and growth to the Nepalese communities. While at the same time meeting consumer demands for more sustainable design.

THE WUU PROJECT (2012)
Model: Rosa Merino
Photographer: Carlos Luque
Hair and makeup: Verena Lindauer.

Lesenswert zu der ESMOD Graduate Exhibition ist auch mein Review von Bojana Dračas „Zero-Waste“-Kollektion sowie die Sneaker-Kollektion von Stefanie Stolitzka! Tschüß und bis bald …

Das international ausgerichtete Studienprogramm der ESMOD wurde im Oktober 2011 gestartet. Der praxisbezogene Ansatz soll die Studierenden ermutigen, Visionen und Designstrategien zur Umsetzung nachhaltiger Ansätze zu entwickeln und eröffnet den Zugang zu innovativen Materialien, Techniken und Produktionen. Unterrichtet werden Design- und Marketingstrategien, Critical Studies und Sustainable Textile & Production. Themenschwerpunkte für den ersten Jahrgang waren unter anderem Kleidung nach dem Cradle-to-Cradle System zu recyceln und neue Technologien im Denimbereich, wie die Lasermethode, auszuprobieren.

Marina Chahboune ist Gründerin und Chefredakteurin des Blogs „Beyond Fashion“ und studierte – nach Abschluß einer Ausbildung zur Maßschneiderin – Modedesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Helsinki Metropolia University  in Finnland. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie zum Thema “Sichtbare und unsichtbare Spuren die ein Kleidungsstück entlang der textilen Wertschöpfungskette hinterlässt und mögliche Lösungsansätze diese zu reduzieren /vermeiden”. Zurzeit arbeitet sie als Consultant im Bereich Nachhaltige Mode.