Redress | Christina Dean | The 365 Challenge | Foto: Redress

Christina Dean hat eine Mission: Die Gründerin der in Hong Kong ansässigen NGO Redress wird 2013 ausschließlich Secondhand tragen – und zwar jeden Tag ein neues Outfit. Gemeinsam mit den Friends of the Earth macht sie damit auf die zum Großteil ungenutzte Masse an weggeworfenen oder aussortieren Kleidungsstücken aufmerksam.

Um dabei dem Potential der gefundenen Klamotten gerecht zu werden, ist bei ihrem Projekt »The 365 Challenge« alles auf Mode getrimmt: Eine Stylistin – im Januar war es Tania Reichert von A BOY NAMED SUE – unterstützt die Aktivistin bei der Zusammenstellung ihrer Outfits, zudem wird jeden Monat ein Guide zu einem bestimmten Thema veröffentlicht. Der Januar stand dabei ganz im Zeichen von modischen Essentials, die jede/r in seinem Kleiderschrank haben sollte. Dabei können fünf Prinzipien befolgt werden, um modisch immer richtig zu liegen: Qualität statt Quantität, die richtigen Basics finden, nicht jedem Trend hinterrennen, die richtigen Farben für Sommer und Winter auswählen und den eigenen Körper samt Proportionen kennenlernen.

Mit dem öffentlichkeitswirksamen Projekt will die NGO die Konsumentinnen und Konsumenten darauf aufmerksam machen, weniger textilen Müll zu produzieren und sich häufiger die Frage zu stellen, ob ein ausrangiertes Kleidungsstück nicht doch noch eine Verwendung findet. Alleine in Hong Kong wurden 2011 217 Tonnen Kleidung, im Vereinigten Königreich sogar 959 Tonnen vermeintlicher Klamottenmüll in der Natur entsorgt. So geraten Chemikalien, die in den Textilien sind, in einen neuen Kreislauf, für den sie so oder so nicht bestimmt sind. Dabei sind nahezu alle textilen Abfälle zu 100 Prozent recycle- und wiederverwendbar.

Redress | Christina Dean | The 365 Challenge | Foto: Redress

»Be creative« scheint deswegen das Motto zu sein, dem sich alle anschließen können: Redress ruft dazu auf, bereits getragene Kleidung zu reparieren, Klamotten neu zu entwerfen und Stoffe zu recyceln. Die Fotos dieser Kreationen wird dann auf Instagram der breiten Öffentlichkeit präsentiert und prämiert.

Die NGO hat zudem den EcoChic Design Award ausgeschrieben, um junge Designern aus Hong Kong und China für besonders »grüne« Modeideen auszuzeichnen. Redress wird in seiner Arbeit unter anderem von der Beratungssgentur OgilvyEarth, der UNCTAD, UBS und dem British Council sowie von ESPRIT unterstützt.

Fotos: Luke Casey für Redress Hong Kong