wirweitweg logoEine 9. Klasse einer Gesamtschule in Leipzig macht sich im Rahmen des Projekts „WirWeitWeg- Internationale Jugendarbeit trifft Schule“ bald auf nach Spanien-und verbringt die Wochen davor damit, sich mit kreativen, gesellschaftskritischen oder einfach inspirierenden Dingen zu beschäftigen; Workshops soll es auch vor Ort geben, zusammen mit einer spanischen Klasse. Motiviert durch eine Infoveranstaltung über die Verschmutzung der Meere und damit verbunden dem Thema Recycling/ Upcycling kam es zu unserem Einsatz.

 

Wieso sieht man überall auf der Welt so viel Müll rumliegen? Hm. Weil er offensichtlich nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, sondern aus Kostengründen oder dem Fehlen von Recyclinganlagen dahin gekippt wird, wo ihn eigentlich keiner haben will.

Und woher kommt all der Müll? Hm. Vom Verpackungsmaterial der verkauften Produkte oder auch ausrangierten Produkten selbst. Produkte, die wir konsumiert haben.

Un momento por favor. Wie sieht es denn aus mit unserem Konsum?

Dem Designmob geht es dabei natürlich um den Konsum von Kleidung. Mal schnell ein T-shirt im Sale für 1,99 € mitnehmen, 1x anziehen, und hasta la vista.

Woher kommt eigentlich so ein T-shirt, wer stellt es unter welchen Bedingungen her, aus welchem Material besteht es, wie siehts aus mit der Ökobilanz und wer profitiert zu welchen Anteilen, wenn das Teil verkauft ist?

Diesen Fragen sind wir nachgegangen und haben erst mal in unseren Klamotten nach den Pflegeetiketten geschaut, um herauszufinden, wie es um die jeweiligen Lieblingsoutfits der SchülerInnen steht: Die Sachen stammten quer Beet aus allen möglichen Produktionsländern, Bangladesch, China, aber auch Spanien. Bei den Materialien deckte den Hauptteil die Baumwolle, gefolgt von Viskose und Polyamid.

Tafelbild_smalWir gehen konkret auf Baumwolle ein (sie macht fast 50% des Weltfaseranteils bei Bekleidung aus), weil vor allem hier gilt: Nur weil Baumwolle eine natürliche, nicht-tierische Faser ist, heißt es nicht, dass man alles richtig macht, wenn man sich für ein Kleidungsstück daraus entscheidet. Der immense Wasserverbrauch und der Einsatz von Chemikalien verwässern die Ökobilanz des vermeintlich unbedenklichen Rohstoffs:

Baumwolle_für BlogAuch wenn jeder ein bisschen was hier und dort über Textilien weiß, ist es nicht einfach, sich beim Kauf für das richtige zu entscheiden, gibt es doch viele Alternativen zu Baumwolle und Polyester. Als Orientierungshilfe gibt es einen YAY/NAY Spicker fürs Portemonnaie und für die, die es genauer wissen wollen eine ausführliche Übersicht der vielen Natur- und Chemiefasern.

yaynay_blogNach dem Überblick über die pros und cons der Materialien geht’s zum Thema Arbeitsbedingungen. Wir schauen uns einen Film über die T-shirt Produktion des Menschenrechtszentrums Nürnberg an und, ah vale: Der Gewinn des Unternehmens ist um ein vielfaches höher als der Lohn, den eine Näherin pro T-shirt bekommt. Wenn man das Ganze genauer betrachtet wird schnell klar: Nicht nur, dass der Lohn gering ist. Er kommt nicht annähernd an einen Existenzlohn heran:

true cost teeKlasse 01

 

Einkommen einer Näherin

Viel Information für die Generation 2.0, für die klar ist, dass ein T-shirt nicht teurer sein muss als 15 €.

Klar für uns ist, dass der Billigpreis zum Standard geworden ist und dass die Bereitschaft, mehr zu bezahlen nur durch das entsprechende Engagement der Klamottenmarken und, bis dahin, Workshops wie diesem, bei dem eine Sensibilisierung für die Thematik stattfindet, beeinflusst werden kann.

So steht für die nächste Aktion ein DIY Projekt an:

Como…hacer un T-shirt que ningún otro tiene?

Wie mache ich mir ein T-shirt, das ausser mir kein Anderer hat und genau nach meinen Vorstellungen ist?

Individualität kommt an, wie die Lieblingsoutfits von Pauline und Pauline zeigen. Den eigenen Stil finden, kreativ werden:

p und p vorherp ind p nachher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem schauen wir uns an:

Alternativer Konsum durch Kleidertauschbörsen, 2nd hand Läden und Flohmarkt und verraten, wie man durch Engagement und Eigeninitiative sein Lieblingslabel dazu bringt, ökologischer und fairer zu produzieren.

Hasta la vista, wir freuen uns auf die nächste Aktion*