Jep, ihr habt richtig gehört.

Das bunte Kaleidoskop der Stoffinnovationen hört nicht auf, Muster zu schlagen.

2016_fungal_futures_textile-900x515Aniela Hoitink, die Gründerin von MycoTex, geht ganzheitlich andere Wege. Nicht nur bei der Herstellung des hyperinnovativen Materials, sondern auch beim wie und warum.

Fordert die öko-faire Szene nämlich geschlossen (äh, ich auch), dass sich die Menschen ändern müssen: Weniger und besser konsumieren, ihren to-go Kaffee nicht mehr ausm Wegwerfbecher trinken und auf Plastikflaschen zu verzichten, fordert sie die Entwicklung von Produkten, die trotz ausschweifenden Konsums umweltverträglich sind, weil biologisch abbaubar, weil komplett recyclebar, und überhaupt!

So ein Produkt hat Aniela entwickelt: Dieses organische Material, das aus dem Wurzelwerk von Pilzen, dem Pilzmyzel, gezüchtet wird, benötigt keine Anbaufläche, kaum Wasser, keine Chemikalien oder Pestizide und kein bestimmtes Klima. Bringt man den Pilz 3D-mäßig in Form, kann man quasi maßgeschneiderte Modelle „züchten“. In die ewigen Jagdgründe geht der Entwurf dann irgendwann mal direkt auf dem Komposthaufen ein.

Sauber!

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MycoTEX Facts:

  • Der Anbau benötigt kaum Platz und Ressourcen
  • Es hilft, Stoffverschnitt zu vermeiden (apropos Stoffreste: Was man mit denen machen kann, lernt ihr im nächsten Blog Post), weil gar keiner entsteht
  • Es hilft, Überproduktion in den Griff zu kriegen, weil hier maßgeschneiderte Modelle entstehen (das nur am Rande: 40% der produzierten Klamotten werden gar nicht verkauft, auch nach dem Sale nicht und landen früher oder später auf der Müllhalde; ihr habt euch sicher auch schon mal gefragt, wo all die Kleidung hinsoll, wenn zum Ende des Sales immer noch alle Läden voll sind)
  • Es kann Nährboden für andere Pflanzen sein
  • Es hat hautpflegende und antimikrobielle Eigenschaften
  • Noch ist das Material nicht auf fertig entwickeltem Stand, um es kommerziell breit einzusetzen

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Doch der Pilz“stoff“ ist nicht das einzige, was Aniela entwickelt hat. Sie arbeitet an Projekten wie „Dynamic Skin“, bei dem das Material smart auf die Befürfnisse des Trägers reagiert, z.B. durch Temperaturausgleich, Solarfasern oder beleuchteten Jacken.

Wer jetzt den Forschergeist in sich spürt, sollte sich durch ihre Webseite clicken und sich inspirieren lassen: http://neffa.nl/