Green Shirts gibt’s seit 2012 und wurde von Niklas Astor und einer Hand voll Freunden gegründet. Die ersten Printmotive wurden zusammen entwickelt und die alte Linde als Logo auserkoren. Fünf Jahre später ist ein Team von sechs Leuten daraus geworden, die sich darum kümmern, dass das Label wächst und gedeiht. Das Sortiment umfasst mittlerweile neben einer großen Auswahl an Basic T-shirts, Longsleeves, Polos und Sweaties für Frauen, Kinder und Männer auch Hemden und Blusen. Bei den Prints kollaboriert GREEN SHIRTS mit einer guten Auswahl unterschiedlichster Künstler, die die Teile von schlicht bis plakativ zu etwas Besonderem machen.

Anlässlich des Webshop-Relaunchs von Green Shirts haben wir uns mit Niklas, dem Gründer und kreativen Kopf unterhalten. Wir plauderten über die Motivation, ein eigenen T-shirt Label zu gründen, seine Pläne für die Zukunft, Tipps zum öko-fairen Engagement und- die stylemäßige Lieblingsstadt.

POLA NIKLAS_GEDREHT_KLEINDesignmob: Auf deiner Webpage erfahren wir, dass die Motivation dafür, dein T-shirt Label zu gründen das war, dass du nichts öko-faires nach deinem Geschmack gefunden hast. Ich kenne das und finde es immer wieder schade, dass viele Klamotten, die ich schön finde leider nicht meinen ethischen Vorstellungen entsprechen. Konntest du zumindest bei einigen deiner früheren Lieblingslabel eine Veränderung hin zu nachhaltigerer Produktion feststellen, oder ist das noch gar nicht angekommen? Welches ist aktuell dein Lieblingslabel (neben deinem eigenen 😉 ?

Niklas: Ich hab schon super früh angefangen Second Hand Kleidung zu kaufen, so mit 12, 13. Ich bin in Second Hand Läden gegangen und wollte mich immer so kleiden wie die älteren, also in dem Fall wie die Abiklasse. Bei den Labels die ich sonst gekauft habe, habe ich bisher keine Veränderung zu mehr Nachhaltigkeit gesehen, außer dass zum Beispiel H&M in Zukunft auch ökofairer arbeiten will und langsam eine Conscious-Linie eingeführt hat. Aber in der “normalen” Modeindustrie und bei den meisten Labels sind diese Veränderungen nie wirklich signifikant. Mein Lieblingslabel neben meinem eigenen? Recolution gefällt mir sehr gut. Die haben schöne Schnitte, eine schöne Farbauswahl und produzieren natürlich nachhaltig.

Designmob: Wir vom Designmob machen Workshops mit Schulklassen, in denen wir den ganzen Produktionszyklus, von der Pflanze zum fertigen Teil erklären und aufzeigen, warum es so wichtig ist, darauf zu achten, aus welchem Material das Kleidungsstück ist und wie es produziert wurde. Neben der Info zur besseren Kaufentscheidung motivieren wir die Schüler auch dazu, sich aktiv an die Labels zu wenden, die sie vom Style her gut finden, die aber in Punkto Nachhaltigkeit nicht punkten können und zeigen auf, dass man durch kritische E-mails an diese Labels einiges erreichen kann. Hast du noch weitere Tipps zum aktiven Mitwirken?

Niklas: Nachzufragen und kritische Fragen zu stellen ist auf jeden Fall eine gute Methode. Ich denke, dass man damit auf jeden Fall was erreichen kann. Alleine schon, um den Blick solcher Labels auf neue Materialien zu lenken. Da wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall einiges kommen. Beispielsweise Korkkleidung, Holzviskose, oder Hanfkleidung. Generell kann man sich an Online-Diskussionen beteiligen, auf den Fashion Revolution Day aufmerksam zu machen oder eben Blogs wie Designmob unterstützen. Am wichtigsten ist und bleibt es natürlich die eigenen Kaufentscheidungen zu hinterfragen.

Designmob: Euer Versand über DHL ist klimaneutral, was wir natürlich super finden. Ist denn das „REPACK“ auch eine Option, über die ihr in Zukunft nachdenkt?

Niklas: Wir haben schon mehr als einmal über„Repack” als Versandoption nachgedacht, da uns das Konzept sehr gut gefallen hat. Leider ist es dabei so, dass erhebliche Zusatzkosten für die Kunden entstehen und das Verpackungsmaterial immer wieder quer durch Europa nach Schweden geschickt werden muss. Dadurch sehen wir den Nachhaltigkeitsgedanken noch nicht gewährleistet.

Designmob: Ihr bietet T-shirts und Hoodies von Earth Positive und Stanley Stella. Realisiert ihr auch eigene Designs für die T-shirts und Sweatshirts oder nutzt ihr deren Sortiment?

 Es ist schwierig ohne eine sehr hohe Stückzahl zu haben selbst zu produzieren. So gesehen macht es auch wenig Sinn, weil die Standards  von Stanley Stella und Earth Positive so hoch sind, dass es beinahe unmöglich ist das selbst zu erreichen. Wir werden aber in naher Zukunft anfangen, Accessoires und Sweatshirts selbst zu produzieren.

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https://www.green-shirts.com/eule-western-screech-t-shirt-bio-baumwolle

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https://www.green-shirts.com/ella-fitzgerald-t-shirt-frauen-fair-trade

Designmob: Wie genau unterscheidet sich der spezielle Öko-Druck, den ihr seit kurzem anbietet von dem „normalen“ Druck und hat man, wenn man sich bei euch T-shirts drucken lassen will damit irgendwelche Einschränkungen bei der Farbwahl?

Niklas: Wir haben schon davor mit wasserbasierenden Farben gearbeitet. Der Vorteil, den der neue Öko-Druck von der Druckerei bringt, mit der wir zusammenarbeiten, ist vor allem die Zertifizierung durch den Global Organic Textile Standard (GOTS). Somit können wir hundertprozentig gewährleisten, dass sowohl die Farben als auch die Fixierer nachhaltig sind.

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Designmob: Biobaumwolle ist super. Darüber hinaus gibt es viele tolle Stoffinnovationen, die durch einen noch besseren ökologischen Fußabdruck oder eine neue Haptik punkten. Welche neuen Stoffe plant ihr, in die Kollektion mit aufzunehmen?

Niklas: Wir arbeiten gerade an Bambuskleidung und werden diese hoffentlich in unserer neuen Kollektion präsentieren können. Darüberhinaus sind wir bei Green Shirts große Fans von Tencel. Haptik, Tragekomfort und Atmungsaktivität sind nur ein paar der Vorteile dieses Stoffes. In Zukunft wollen wir außerdem Hanfkleidung anbieten. Dafür sind wir gerade im Gespräch mit einem deutschen Produzenten, der den Hanf auch in Deutschland anbaut und vor Ort verarbeiten kann. Das heißt, dass man bald T-Shirts, Longsleeves und Hemden aus heimischen Hanf in unserem Shop bestellen kann.

Designmob: Welches ist dein Lieblingsteil aus der Kollektion?

Niklas: Mein aktuelles Lieblingsteil ist dieser Pulli, den ich gerade trage:

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Designmob: Und zum Schluss die Frage, die Mona Schütt, Betreiberin einer Onlineplattform für Vintage-Schätze immer im Damenkränzchen stellt und die man wie ich finde jedem Modeinteressierten stellen kann: Wenn du deinen Style mit einer Stadt vergleichen müsstet, welche Stadt würdest du darstellen?

Hamburg, weil es alles zu bieten hat. Bobotum und alternative Lebensweise existieren dabei in Symbiose, nichts nimmt zu stark Überhand. Das ist für mich so ein bisschen eine Mischung aus München und Berlin – da kommt jeder auf seine Kosten.