Echt jetzt?

Zugegeben: Aus Alge allein kann man keine Faser herstellen, um sie zu Garn zu verspinnen und dann zu Stoff zu verweben.

Aber:

Es gibt tolle Innovationen, bei denen bekannte Fasern mit einem kleinen Anteil neu dafür entdeckter Substanzen vermischt werden um sie um positive Eigenschaften wie mehr Weichheit oder einen Lichtschutzfaktor zu ergänzen ohne Chemie anwenden zu müssen!

Die beiden genannten Beispiele wurden von einer Firma namens smartfiberAG entwickelt.

Die Grundlage beider Stoffe ist Lyocell. Lyocell wird, genauso wie die bekanntere Viskose, aus Cellulose gemacht, in den meisten Fällen ist die Cellulose Holz.

Der Unterschied ist, dass bei Lyocell auf nachhaltige Hölzer zurückgegriffen wird und die eingesetzte Chemie, die zur Erstellung der Faser notwendig ist, in einem sogenannten cradle-to-cradle System, das heißt unter Wiederverwendung der Chemikalien, hergestellt wird. Ein klarer Vorteil gegenüber der Viskose, bei der der Chemikalieneinsatz hoch ist und nicht mehrmals eingesetzt wird!

Das Rezept ist also so klar wie ökologisch: Man nehme eine nachhaltige Faser wie Lyocell und mache sie noch besser durch die Zugabe von Algen oder Zink.

S e a C e l l ™ LT- Fa s e r

Vor allem Allergikern soll die Faser helfen, Juckreiz und Irritationen auf der Haut zu vermeiden. Die schonend in den isländischen Fjorden geerntete Alge wird in einem patentierten Prozess gemahlen und in die Lyocellfaser eingebracht. Das Resultat ist ein superweicher Stoff mit 4% Algenanteil.

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Einsetzen tut den Stoff zum Beispiel das Kölner Label Funktionsschnitt, das tolle Basics in großartiger Qualität macht:

Funktionsschnitt front and back top

 

 

Funktionsschnitt longsleeve front and back

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In diesem Stoff befinden sich sage und schreibe 16% Zinkoxid.

Zink sorgt wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und geruchsmindernd und schützt gegen UV-A und UV-B Strahlung. Alles Eigenschaften, die bislang mit viel Chemie, im Fachchargon „Ausrüstungen“ genannt, auf den fertigen Stoff aufgebracht wurden. Nach Herstellerangabe bleibt das Zink über viele Waschgänge hinaus erhalten.

Zum Einsatz kommt die Faser z.B. beim Sockenhersteller Lindner und Falke.

 

Facts:

  • Es werden immer mehr Stoffe entwickelt, die ohne umweltbelastende „Ausrüstungen“ auskommen
  • Moderne Bedürfnisse an Stoffe, wie Sonnenschutz und Neurodermitisverträglichkeit werden Gegenstand von Forschungszielen und können mit neuester Technologie umgesetzt werden
  • Nachhaltige Qualitätsmerkmale wie Hautfreundlichkeit und Langlebigkeit werden für Kunden immer verfügbarer und machen es leicht, bedachte Kaufentscheidungen zu treffen

Neugierig geworden, was es sonst noch so alles an innovativen Fasern, DIY Möglichkeiten und nachhaltiger Bekleidung gibt?

Der Designmob gibt zusammen mit dem Bildungsteam von future fashion forward e.V. Workshops an Schulen:

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