Die Textilindustrie macht der Umwelt viele Probleme: Der großflächige Anbau von Baumwolle und der damit verbundene Wasserverbrauch, der Abbau von Erdöl (Erdöl ist die Basis für Polyester) und die damit einhergehende toxische Belastung und die Unmengen an Kleidungsresten, von denen niemand weiß, wohin damit: Getragene Altkleider, neue Ware, die auch nach dem Sale nicht verkauft wurde und Stoffreste, die im Produktionszyklus der Bekleidung im Zuschnitt anfallen.

STOFFRESTE ALS GRUNDLAGE FÜR FÄRBEMITTEL

Genau da setzt die italienische Firme OFFICINA+39 an, die mit dem Färbemittel RECYCROM ein System auf den Markt gebracht hat, mit einer Idee, so einfach wie clever (zum Patent angemeldet):

Man nehme bunte Stoffreste, pulverisiere und bereite diese zu Farbpigmenten auf und verwende diese zum Färben neuer Stoffe. Die Farbbandbreite ist riesig und die Pigmente eignen sich vor allem als Ersatz für die sehr beliebten „used-look“-Färbungen: Pigment- und Reaktivfärbung oder den Acid Wash Look, allesamt sehr umweltbelastend. Sogar die chinesische Regierung hat mittlerweile die Auflagen für Färbereien, die diese färbeintensiven Techniken anwenden, erhöht, wohl wissend, dass sie zu den Umweltverschmutzern #1 gehören.

Was stimmt hier nicht? Für uns undenkbar, für Menschen aus China, die nahe einer Färberei leben, normal. Quelle: picjumbo.com

Was stimmt hier nicht? Für uns undenkbar, für Menschen aus China, die nahe einer Färberei leben, normal. Quelle: picjumbo.com

RECYCROM ALS MÖGLICHER NEUER MEILENSTEIN IN DER FÄRBEINDUSTRIE

Als Grundstoff dienen wie gesagt Stoffreste aus Textilproduktionen. Hier ist nachvollziehbar, wie die Stoffe behandelt sind und dass sich keine schädlichen AZO- oder Dispersionsfarben im Textil befinden. Der Einsatz dieser gefährlichen, allergieauslösenden Farben ist zwar verboten, nur kommt es durchaus vor, dass sie in außereuropäischen Produktionen zum Einsatz kommen: Sie sind billig und das Färberesultat ist intensiv und sehr haltbar. Dies ist der Grund, warum bis dato Altkleider zur Wiederverwertung für die Farbpigmente nicht infrage kommen: Es ist zu aufwändig, sie auf die schädlichen Substanzen zu testen, bevor sie weiterverarbeitet werden könnten.

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Jetzt ist nur zu hoffen, dass diese tolle Idee von der Industrie angenommen wird!

Neugierig auf natürliche Färbemethoden geworden?

Im Modul 4 unserer Workshopserie, die wir an Schulen halten, experimentieren wir mit natürlichen Farbstoffen, informieren über die Färbeindustrie in China und zeigen auf, wie du dich für eine sauberere Klamotten einsetzen kannst:

MODUL 4