80 Millarden neu produzierte Kleidungsstücke weltweit jährlich, davon 1,5 Milliarden allein in Deutschland wieder ausrangiert, ca. 3000 Liter Wasser schluckt ein T-shirt, vom Baumwollanbau bis zur Färbung, puh!

Dies waren nur einige der Zahlen, mit denen die Workshopteilnehmerinnen am idyllischen Teupitzer See konfrontiert wurden, bevor sie mit uns eintauchten in die Abgründe der Textilindustrie und auf- zu nachhaltigen Alternativen, die auch noch Spaß machen und länger Freude bereiten als Billigshoppingtouren.

Im Rahmen des ASA-FF Sommerlagers, das alljährlich stattfindet, wurde sich ausgetauscht, diskutiert und über Themen referiert, die zu neuen Denkanstößen anregen sollten.

Haus am See: Hier fällt es leicht, eine Verbindung zur Natur herzustellen und neuen Input aufzunehmen

Haus am See: Hier fällt es leicht, eine Verbindung zur Natur herzustellen und neuen Input aufzunehmen

Der Designmob, zusammen mir dem Bildungsteam des Vereins FUTURE FASHION FORWARD, hat dafür einen zweiteiligen, interaktiven Workshop vorbereitet.

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Zuerst wurde gründlich über die komplexe Problematik der Textilindustrie berichtet. Es gab viele konstruktive Fragen von den Teilnehmerinnen und Tipps seitens der Referentinnen. Ein großes Thema war der Textilmüll. Restbestände von Überproduktionen aus der Industrie sowie die große Menge an aussortierten Kleidungsstücken der Verbraucher führen dazu, dass der Textilberg wächst und kaum mehr weiterverarbeitet werden kann: Nur ca. 40 Prozent der weggeworfenen Kleidung eignet sich überhaupt für den Secondhand Markt. 37 Prozent werden zu Putzlappen oder Dämm-Material verarbeitet, 20 Prozent als Restmüll entsorgt. Zwei bis drei Prozent der noch tragbaren Kleidung wird in unseren Secondhand-Läden verkauft. Der Rest (98 Prozent) geht nach Osteuropa, den Mittleren Osten und Afrika (Quelle: ARD: W wie Wissen).

So hässlich diese Informationen sind: Man darf sich davon nicht erschlagen lassen. Sicherlich kann man als Einzelperson nicht gegen die Wurzel dieser Mißstände antreten, jedoch funktioniert auch hier das selbe Prinzip wie beim ’68er-Spruch „Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin“: Wenn viele konstant den Konsum an Neuware reduzieren schrumpft der Textilberg.

In diesem Sinne ging es dann den Klamotten an den Kragen:

Upcycling heißt das ja nun nicht mehr unbekannte Zauberwort. Wir hatten die Teilnehmerinnen im Vorfeld gebeten, Kleidung mitzubringen, denen ein neues Gesicht gegeben werden sollte.

Mit von FUTURE FASHION und Designmob bereitgestellten Stoffresten, Schere, Nadel, Garn, Schablonen, Pinsel und Stofffarbe wurden die mitgebrachten Teile wieder auf Spur gebracht: Es wurden Ausschnitte verändert, ganz ohne nähen T-shirts modernisiert und mit selbstgestalteten Druckmotiven personalisiert.

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Das Resultat waren neue Lieblingsteile, die innerhalb von 2 Stunden vom Frosch zum Prinz wurden, viel Freude an DIY und die Erkenntnis, dass selber machen nicht nur Spaß macht, sondern der wohl wertvollste Beitrag zu einem nachhaltigeren Textilkonsum ist.

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Motiviert durch die vielen Möglichkeiten, wie man den Bekleidungskonsum nachhaltiger gestalten, sich engagieren und Aufklärungsarbeit leisten kann, kam eine der Teilnehmerinnen auch noch auf eine tolle, kreative Aktionsidee für die Fashion Revolution Kampagne, die in Deutschland von FUTURE FASHION betreut wird, wir können gespannt sein.

Beflügelt von so vielen Ideen und großem Output geht unser Team nun in die Ausarbeitung neuer Workshopmodule und Praxiselemente und freut sich auf viele weitere positive Zusammenkünfte 😊

 

(Einen ausführlichen Artikel zu Recyclingmöglichkeiten und das Geschäft mit den Altkleidern findet Ihr übrigens hier)